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Lost Place | Haus am Park

Ein alter, verlassener Ort, leider viel zu wenig Zeit, um alle zurück gelassenen Möbel und Erinnerungsstücke ablichten zu können. Es war trotzdem ein spannendes Abenteuer.

Haus am Park | Eingangsbereich

Haus am Park | Eingangsbereich

Noch von der Sonne geblendet stehen wir plötzlich mitten im Wohnraum. Einen Flur scheint es hier offenbar nie gegeben zu haben.

Haus am Park | Küche

Haus am Park | Küche

Eine unwirkliche Atmosphäre aus zartem Sonnenlicht und feinem Staub umfängt uns. Halbdunkles Licht gibt die Sicht auf altdeutschen Wohnungsschick frei.

Haus am Park I Küche

Haus am Park I Küche

Die Küche vermittelt noch immer den Eindruck, als hätte hier bis vor Kurzem jemand gelebt. Staub bedeckt die Einrichtung, nur das Durcheinander stört die stille Momentaufnahme der Vergangenheit.

Haus am Park | Küche

Haus am Park | Küche

Ein kleines rotes Herz❣️ am Fenster. Einst liebevolle Küchendekoration, heute eine stille Erinnerung vor einem verwitterten Fensterrahmen.

Haus am Park | Küche

Haus am Park | Küche

Ausgerissene Schranktüren geben den Blick auf einen kleinen Vorrat alltäglicher Lebensmittel frei. Offenbar blieb keine Zeit mehr, ihn mitzunehmen.

Haus am Park | Gartenblick

Haus am Park | Gartenblick

Durch trübe Fensterscheiben zeichnen sich ramponierte Gartenmöbel und die Überreste zahlreicher Blumentöpfe ab – stille Zeugen eines einst liebevoll gepflegten Gartens.

Haus am Park | Wohnbereich

Haus am Park | Wohnbereich

Schwere, dunkle Wohnzimmerschränke dominieren den Raum. Selbst das Barfach mit seinem nahezu vollständigen Gläserbestand wirkt, als warte es noch immer auf den nächsten Besuch.

Haus am Park | Wohnbereich

Haus am Park | Wohnbereich

Nur wenig ist zurückgebliebenes Blümchengeschirr, alte Videokassetten und mitten im Durcheinander eine wunderschöne, verstaubte Puppe. Hat sie der letzte Urbexer dort platziert?

Haus am Park | Die Puppe

Haus am Park | Die Puppe

Vergessene Erinnerungen. War sie einst das Lieblingsspielzeug eines kleinen Mädchens oder ein kostbares Sammlerstück? Stumm bewahrt sie ihr Geheimnis.

Haus am Park | Deckenlampe

Haus am Park | Deckenlampe

Einsam hängt sie noch immer an der Decke. Vielleicht war sie einst der ganze Stolz ihrer Besitzer und spendete über viele Jahre Licht und Wärme.

Haus am Park | Wohnbereich

Haus am Park | Wohnbereich

Da, auf dem Sideboard, mein Highlight des Tages: Familienfotos, fast alle in Schwarz-Weiß. Gesichter voller Erinnerungen von Menschen, die ich nie kennenlernen durfte. Ihre Geschichten werden für immer ihre Geheimnisse bleiben...

Haus am Park | Erinnerungen

Haus am Park | Erinnerungen

Sorgfältig aufgestellt. Manche Aufnahmen schon sehr alt. Unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Mode, unterschiedliche Träume und Hoffnungen. So vielfältig wie das Leben selbst.

Haus am Park | Lächeln aus der Vergangenheit

Haus am Park | Lächeln aus der Vergangenheit

Mitten zwischen all den Erinnerungen strahlt ein junger Mann stolz in die Kamera. Was wohl aus ihm geworden ist?

Haus am Park | Ein Lächeln bleibt

Haus am Park | Ein Lächeln bleibt

Im Weitergehen schweift mein Blick noch einmal über das Chaos auf dem Sideboard. Die traurige Unordnung verblasst, doch das Lächeln des jungen Mannes bleibt in Erinnerung.

Haus am Park | Kleine Schwester

Haus am Park | Kleine Schwester

Die kleine Schwester der leicht kitschigen Deckenlampe. Meiner Oma hätte sie bestimmt gefallen

Haus am Park | Momentaufnahme

Haus am Park | Momentaufnahme

Manchmal hat man einfach das falsche Objektiv auf der Kamera. Für einen Wechsel blieb keine Zeit – schade eigentlich.

Haus am Park | Gästebad

Haus am Park | Gästebad

Das Gästebad – mit Trittleiter. Noch Fragen?😂

Haus am Park | Ein letzter Blick

Haus am Park | Ein letzter Blick

Ein kurzer nachdenklicher Rückblick, wehmütige Gedanken, was man noch alles hätte herausfinden können z.b. an dieser Pinnwand ...

Haus am Park | Eine spontane Entdeckungsreise

Info Haus am Park

An einem lauen Sommerwochenende beschlossen wir spontan, zu dritt auf eine Lost Place Tour zu gehen. Ziel war dieses unscheinbare Mehrfamilienhaus in der nahe gelegenen Eifel. Seit Jahrzehnten stand es leer, war kaum bekannt und erstaunlicherweise noch nicht verschandelt. Eine Kollegin wollte über die weitläufigen Gärten an die Rückseite des Hauses gelangen und uns später von innen die Haustür öffnen. Mehr wollte wir darüber gar nicht wissen ... Kaum waren wir in Sichtweise des Objektes, setzt sich plötzlich ein Mann auf eine nahe gelegene Mauer. Sein Hund scheint das zu kennen und tut ... eigentlich gar nichts. Er liegt einfach nur da. Ob unser Vorhaben wirklich eine gute Idee ist? Wir wollen doch nur schauen. Also schlendern wir erst einmal durch den hübschen Park. Merkwürdig ist nur dieser Mann mit Hund, der uns nun entgegenkommt und uns von oben bis unten mustert. Zugegeben, unsere robusten Wanderklamotten wirkten wahrscheinlich nicht ganz alltäglich. Vielleicht schauen wir uns die Situation lieber noch etwas genauer an und suchen einen Parkplatz direkt vor dem Haus. Also zurück zum Auto. "Nein, das fühlt sich gar nicht gut an", sagt nämlich unser Bauchgefühl. "Lasst uns lieber verschwinden und einen anderen Parkplatz suchen." Nachdem wir diesen auch gefunden und unsere ortskundige Kollegin am passenden Zaun abgesetzt haben, machen wir beide einen gemütlichen Spaziergang durch den erwähnten Park. Ich fotografiere hingebungsvoll die lauschige Atmosphäre, während mein Partner den Herrn mit Hund im Auge behält, der scheinbar auch nicht so recht weiß, wohin er will. Alles ganz entspannt. Noch ... Wir trennen uns kurz, um den Herrn nicht aus den Augen zu verlieren. Wieder zusammen gekommen, hält plötzlich ein Briefträger neben uns an. Was wir denn hier machen würden? Er habe heute schon so "Fotomenschen" gesehen. Also zeige ich ihm kurzerhand die Bilder auf meiner Kamera, natürlich die neuen aus dem Park. Sie scheinen ihm zu gefallen, denn plötzlich erzählt er uns voller Begeisterung Geschichten aus der Gegend. Über Land und Leute, den Grundwasserspiegel und all die Dinge, die man eigentlich gar nicht wissen wollte. Beim erneuten Vorbeigehen am Objekt der Begierde öffnet sich plötzlich die Haustür. Unsere Kollegin hat wohl ihren Weg durchs Unterholz offensichtlich erfolgreich gemeistert und öffnet uns nun von innen. So betrete ich also, wider meiner besseren Überzeugung und selbstverständlich völlig unschuldig, dieses Haus. Ich mag solche menschlichen Begegnungen ... Der aufmerksame Bürger scheint inzwischen verschwunden zu sein. Also wage ich eine erste, noch recht entspannte Runde. Während wir die Atmosphäre auf uns wirken lassen, erreicht uns die Nachricht unseres dritten Teammitglieds: "Der Gutbürger steht wohl auf seinem Balkon." Na gut, soll er. Ist ja sein Balkon. Eine unwirkliche Atmosphäre aus Sonnenlicht und Staub umfängt mich. Im Halbdunkel erscheint der altdeutsche Wohnungsschick wie aus einer anderen Zeit. Dieser Ort zieht mich sofort in seinen Bann. Unordentlich ist es. Aber nichts ist beschmiert oder mutwillig zerstört. Was mag die Bewohner wohl zu einem so plötzlichen Aufbruch bewegt haben? Unser dritter Mann draußen bleibt draußen. Wir versuchen, möglichst schnell ein paar Fotos zu machen. Doch zuerst stellt sich die wichtigste Frage: Wo ist eigentlich der Fluchtweg? Ah ... das Badezimmer. Mit einer Trittleiter. Draußen soll ebenfalls eine Leiter stehen. Das klingt zumindest nach einem Plan. Schade eigentlich, jetzt unter Zeitdruck arbeiten zu müssen. Wo soll ich bloß anfangen? Wenig Zeit. Wenig Erfahrung. Keine Gelegenheit, das Objektiv zu wechseln. Schlechtes Licht. Eigentlich eine ganz normale Arbeitsplatzbeschreibung eines Urbexers. Nach einigen hektischen Versuchen entdecke ich plötzlich sie. Alte Familienfotos. Schwarz-Weiß. Strahlende Gesichter. Liebevolle Erinnerungen. Genau die Dinge, die mich faszinieren. Nicht lange überlegen. Kamera draufhalten. Auslösen. Dann schnell weiter zur Treppe. Es soll noch mehrere Etagen geben. Wer weiß, welche Schätze dort noch auf uns warten. Schade eigentlich, dass ich mit dem wenigen Licht damals noch nicht besser umgehen konnte. Noch einmal tief durchatmen. Noch einmal von vorn. Vielleicht funktioniert es mit Blitz. Tut es. Blöd nur, dass man Blitzlicht offenbar auch durch nicht ganz geschlossene Rollos von draußen sehen kann ... Noch einmal schweift mein Blick durch das untere Geschoss. Nur ungern löse ich mich von diesem Anblick. Aber wir wollten doch wenigstens noch eine Etage höher ... Ein letzter Blick zurück zur Haustür. Im Licht der untergehenden Sonne wirkt alles plötzlich erstaunlich friedlich. Da kommt die Kollegin aus dem hinteren Bereich angerannt. Sie rafft hektisch ihr Equipment zusammen. "Da ist jemand an der Tür. Die wollen rein. Wir sollen aufmachen." Müßig zu sagen: "Hätten wir mal ... 😉" Ups ... Wo war doch gleich der Fluchtweg? Wie so oft in solchen Situationen trügt allerdings auch diesmal der erste Eindruck. Rucksack auf. Kamera um den Hals. Das Einbein-Stativ schleift hinter mir her. Kein Mitleid mit der Ausrüstung. Der letzte Staffellauf in der Schule liegt schließlich auch schon ein paar Jahre zurück. Fenster auf. Etwas klein ... ... aber das passt schon. Wo zum Teufel ist eigentlich die versprochene Leiter? Ach so. Gut einen Meter neben dem Fenster. Das schaffe ich nicht. Ein kurzer Blick nach unten. Etwa zwei Meter. Das geht schneller. Also eher aus dem Fenster gefallen als gesprungen. Nein. Dornenbüsche haben mich noch nie besonders beeindruckt. Den genauen Rückweg kennt nur die Kollegin. Von hinten dirigiert sie mich lautstark durch die verwilderten Hinterhofgärten. Vielleicht ein kleines bisschen schneller ... Erstaunlich, wie groß und verwinkelt solche Gärten mitten in einer Stadt sein können. Kurzer Halt. Die Kamera muss in den Rucksack. So viel Zeit muss sein. Die alte Nikon kann schließlich nichts dafür. Noch einmal kurz kontrollieren. Alles da. Nichts kaputt. Niemand hinter uns. Noch ein paar Schritte. Der letzte Zaun. Auch den schaffe ich. Mit reichlich zittrigen Knien. Tja ... was soll ich sagen? War schon cool. 😄

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