Schlaraffia Crefeldensis e.V.

In Arte Voluptas - Lust an der Kunst

Während einer spannenden Foto Tour im Sommer 2020 durch das alte Krefelder Stadtbad erfuhr ich, dass der einst prächtige Ruheraum des irisch-römischen Bades in der Zeit von 1983 - 2002 dem Männerbund der Schlaraffia Crefeldensis e.V. als Burg diente. Doch wohin verschwanden die wackeren Rittersleut´ vor knapp 20 Jahren? Und wie ist es Ihnen ergangen? Warum nur verließen sie diese  prächtigen Räume?

Schlaraffia I Gründung 1859 in Prag

Da mir i.d.R. nur fotografieren nicht reicht und ich von Natur aus neugierig bin, habe ich angefangen, mehr über diese Vereinigung von Männern heraus zu finden. Dazu habe ich mich mit meinen Fragen Ende 2020 per Email direkt an die Schlaraffen hier in kr Krefeld gewandt und erhielt ein wenig überrascht, doch sehr erfreut auch prompt eine Antwort. Weiter lesen (...)

"Et Klöske" - Ritterburg in Wort und Bild

 
 

Wie ich als profane* Frau in eine Burg eines Männerbundes kam.
Eine Dokumentation in Wort und Bild

Leicht irritiert las ich den Absender der Mail: "Binschon@...". Nun ja, was soll ich sagen, die Antwort war knapp und klar. Man bedankte sich für mein Interesse an ihrem Männerbund, gab mir die aktuelle Adresse, sicherheitshalber fett gedruckt ;-) und teilte mir mit, dass man gerne Informationen zu ihrer Zeit im alten Stadtbad beisteuern würde. Natürlich alles Corona konform. Wirkte alles sehr gut organisiert.

Der "Wappen- und Adelsmarschall", Herr Klaus Drenk, wurde gleich mit in cc genommen. Nun habe ich mir die Kontaktdaten des Absenders, des stellv. Vereinsvorsitzenden der Crefeldensis e.V., angeschaut. "Rochus Kralik Ritter von Meyrswalden" - ein beeindruckender Name und wie mir Doc Google schnell verriet, ein "echter Ritter". Vor dem folgenden Telefonat hatte ich schon etwas Herzklopfen. Was erwartete mich wohl von einem hochrangigen Mitglied eines Männerbundes? Die Bedenken waren unbegründet, wie sich schnell heraus stellte. Eine ausgesprochen jugendlich wirkende Stimme unterhielt sich aufgeschlossen und freundlich über das Thema "kreativer Männerbund" im allgemeinen und im besonderen über Details aus ihrer Zeit im alten Krefelder Stadtbad.

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Mein Foto aus dem Krefelder Stadtbad mit den Namenstafeln, aus der hier ein Ausschnitt zu sehen ist, habe Erinnerungen geweckt und berührt, an eine offensichtlich schöne Zeit an diesem Ort, sagt "Ritter Binschon". Die Tafeln mit diesen Namen erinnern Besucher des historischen Schwimmbades noch heute an das Treiben der lustigen Rittersleut´. Hier hat z.B. ein "Ritter Brasilio" aus Oberhausen einmal eine Spende getätigt, liebevoll kreativ dokumentiert.

Im Anschluss an das Telefongespräch verabredeten wir ein Treffen vor Ort. Es sollte zwar noch ein paar Monate dauern, bis es dann auch zustande kam, aber in dieser merkwürdigen Pandemie Zeit ist das wohl nichts Besonderes.

Im Mai 2021 fand sich ein gemeinsamer Termin und ich packte, mal wieder mit Herzklopfen, meine Fotoutensilien zusammen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass der Schwerpunkt dieses Tages nicht wie erwartet auf den Fotos lag. Die Bedingungen vor Ort waren für meine Erfahrung in der Fotografie und mein Equipment doch schwieriger als erwartet. Es war vielmehr das Gespräch mit den drei älteren Herren, das mich fasziniert hat. Nicht nur, dass sie mir, als ein ihnen vollkommen unbekanntes weibliches Wesen, einen umfänglichen Einblick in ihr kreatives Tun geben würden, sie haben mir auch zu jedem Zeitpunkt das Gefühl gegeben, dass sie mich und mein (Foto)projekt "Männerbund" durchaus ernst nehmen. Das hat mich beeindruckt und berührt.

Ein Besuch an einem besonderen Ort, gesehen mit den Augen einer profanen* Frau.

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Urbex Art Photografie