Edgar Müller, Bad Ems - Human dignity is inviolable

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Edgar Müllers Meinung nach reicht unsere Vorstellungskraft nicht aus, um sich die Ausmaßen unsers Überlebenskampfes vorstellen zu können. Aus diesem Grund sei unser Tun und  Handeln unmenschlich. Wir missachten die Natur und Die Situation  Flüchtlinge. Um zu begreifen, dass das Tun und/oder Nichtstun der Menschen letztendlich auch sie selbst betrifft, wird es erst zu einem großen Knall kommen müssen. Viele der weltweiten Katastrophen hätten ihren Grund in menschlichem Fehlverhalten, hervor gerufen durch Gier nach Profit, Materialismus und dem Zwang nach Wirtschaftswachstum.  Künstliche Intelligenz und die ausgesprochen schnell wachsende Informationstechnik, die das freie Denken lähmt, die Energie der Menschen bindet und sie so mit viel zu viel unnötigen Informationen in ihrem natürlichen Sein bedroht, sei ein Zeichen dafür, dass "seine Generation" versagt habe. Es bleibt abzuwarten, ob sich etwas ändern wird.

Gregor Wosik, Mönchengladbach - Eine Mauer - Zwei Welten

 

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Gregor Wosik greift das immer aktuelle Flüchtlingsthema auf. Er stellt die Situation als Parallelwelt dar. Auf der einen Seite die verzweifelten nach Hilfe suchenden Menschen, ganze Familien oft mit kleinen Kindern, die den Weg über gefährliche Ozeane in eine vermeintlich bessere Welt suchen, auf der anderen Seite die Segelregatta, wohl durchorganisiert, öffentlich, gut bewacht. Gregor hat mit Begeisterung den teilweise verfallenen Untergrund dazu genutzt, mit seinen Farben und Händen eine kaputte Stimmung auferstehen zu lassen. Bei genauerer Betrachtung erkennt man die feinen Details, die mich zu intensiverem Hinsehen zwingen.

Fabio Fedele, Rovigo, Italien - Unknown Psychodrama

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Wie eine Höhle umgibt hier das Dunkle, das Düstre einen hellen Mittelpunkt. Diese Höhle steht für böse Gedanken, Gewalt und Angst. Egoismus, Oberflächlichkeit und kompromissloses Festhalten an ideologischen und/oder religiösen Grundsätzen wirken auf  Menschen beängstigend und bedrohlich. Die helle Szene im Hintergrund mit dem glücklichen Mädchen, das in einer wunderschön farbigen Natur mit Tieren spielt,  erscheint in strahlendem Licht, steht so für gute Gedanken, für Liebe, Toleranz, Verständnis und Respektieren der Umwelt. Das umgebende Dunkle scheint übermächtig zu sein und negativ auf uns Menschen zu wirken. Doch jeder hat die Freiheit, sein Verhalten selbst zu bestimmen. Gute Gedanken können einen Weg hinaus, hinaus aus dem Bunker, sein. Eigentlich ganz einfach. Auch wenn uns bedrohliche Dinge und Handlungen umgeben, haben wir es in der Hand, die Richtung ins Licht, zu Liebe, Verständnis und Gerechtigkeit zu finden.

 Ruben Poncia, Uetrecht, Niederlande - Reflex

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Mit diesem Bild möchte der Künstler darauf aufmerksam machen, dass immer noch eine Gefahr von Nationalismus und Populismusausgeht. Der abgebildete Tiger versinnbildlicht Weisheit, Mysterien und Häuslichkeit. Den Adler lässt er als Symbol der Nazis für Nationalismus und Populismus stehen. So ein schönes Tier wie der Adler wirkt wie der Populismus anziehend auf Menschen, verkörpert Macht. Aber keiner weiß wann er angreifen wird. Ruben möchte aus seiner eigenen Sorge heraus die Menschen auf die Gefahren nationalistischen Gedankengutes aufmerksam machen. Er appelliert daran, die Konsequenzen, die geschichtlich hinreichend belegt sind, nicht zu vergessen und sich bewusst zu sein, was sie mit derartigen Parolen anrichten können. Der übermächtig groß und angriffslustig dargestellte Adler lässt für mich die Gefahr sehr lebendig wirken.

Victor Splash, St. Petersburg, Russland - Alive Surface

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Die Wand an sich ist für Victor Splash das ausschlaggebende Element. Er lässt sich von der Gesamtumgebung leiten und möchte den Besucher beim Betreten der Räume in dessen Gefühlwelt lenken. Er nimmt die  Besonderheiten des ihm zur Verfügung gestellten Raumes wahr und integriert diesen in sein Kunstwerk. Hier im Bunker fasziniert ihn die Schwere der Betonpfeiler, die er durch seine 3D Darstellung in weichere, flexible Formen aufweicht.  Er hebt so scheinbar die Gesetzte von Architektur und Baukunst auf und transformiert ohne Gewalt und Aggressionen selbst dickste Wände und Strukturen.

Betont.es, Krefeld, Deutschland - Klammer auf

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Die Grafikdesigner Sebastian Saffenreuther und Clemens Brück versinnbildlichen den Schutzgedanken mit Hilfe von darstellerischen Klammern. Mit diesen Klammern kann man Dinge und/oder Einflüsse ein- aber auch ausklammern. Sie verbinden Inneres mit Äußerem, Man überlegt: "Bin ich innen oder außen? Stehe ich unter dem Schutz der Klammer oder ist  sie für mich eher eine Mauer, die mich behindert?" Es scheint eine Frage der eignen Wahrnehmung zu sein, ob ich eine Situation als positiv oder negativ wahrnehme.  Es ist meine Entscheidung, ob ich mich auf eine Situation einlasse und mich vielleicht mit anderen Menschen darüber austausche. Ähnlich wie die z.B. die Schnittmengen in der Mengenlehre, erfasse ich dieses Kunstwerk mit geometrischem Feeling. Etwas, das mir seit der Schulzeit sehr vertraut und anschaulich ist. Zudem setzen sie Farbe, Form und Komposition spielerisch ein. Das Tageslicht, das an dieser besonderen Stelle auf das Bild fällt, verstärkt die Verbindung von Innen und Außen.

Adry del Rocío, Guadalajara, Mexiko - Ein Haus zum Träumen

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Die Künstlerin aus Mexiko macht sich Gedanken um die schwierigen Lebensbedingungen in Flüchtlingslagern. Können diese auf Schutz und ein angenehmeres Leben hoffen? Haben sie Aussicht auf eine gesicherte Zukunft, auf ein Haus zum Träumen. Schon in  ihrer Kindheit wurde die Künstlerin durch Ihren Vater für dieses Thema sensibilisiert. Er unterstützte Straßenkinder in Ecuador, eine Problematik, die in Lateinamerika aufgrund der Drogenkriege viele Familien dazu bringt, ihre Dörfer zu verlassen. Ihr Kunstwerk ist als Illusion einer glücklicheren, friedvolleren Welt zu verstehen. Die intensive Farbgebung und die glücklichen Gesichter der abgebildeten Kinder machen es mir leicht, der Illusion zu folgen, für einen Wimpernschlag ...

Alex Maksiov, Kiev, Ukraine - Shelter

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Nicht nur vom Menschen selbst hängt es ab, ob sein Kopf der Menschlichkeit einen Schutzraum bieten kann, sondern auch von seiner Umgebung. Beides übt Einfluss auf die Situation aus. Decke und Boden halten den Betonkopf gefangen. Er steht für einen Menschen, dem alle Menschlichkeit abhanden gekommen ist.  So defekt kann dieser Kopf keiner Menschlichkeit mehr Schutz bieten.  Doch  Entscheidungen für oder wider der Menschlichkeit muss jeder Mensch selbst treffen und somit auch seinen Kopf vor Angriffen von außen schützen. Verstörend wirkt dieses Kunstwerk auf mich. Ich vermag es nicht auf Anhieb ganzheitlich zu erfassen. Was ist wo? Wo gehört es hin?

Alex Weigandt, TUBUKU, Krefeld - Last man understanding

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Traumhaft-unwirklich wirkt diese Szene, die eine Bar darstellt. Sie steht in krassem Gegensatz zur Lebenssituation in einem Bunker zu Kriegszeiten. Menschen, Gäste mit Köpfen aus Glühbirnen, diese mögen für Gedanken und Ideen stehen. Alex denkt an seine Studienzeit zurück und spielt hier mit der Transparenz der verwendeten Farben und schafft so unterschiedliche Lichtsituationen, setzt seine Figuren unterschiedlichen Lebenssituationen aus. Häufig werden Bars in schwierigen Lebenssituationen zu einem Ort, an dem man sich Hilfe oder doch zumindest Ablenkung verschaffen kann. Manchmal endet der Besuch im alkoholischen freien Fall, den so mancher Barkeeper als vermeintlicher Freund noch unterstützen mag. Doch was ist die Wirklichkeit? Wer ist mein Freund? Habe ich einen "echten" Freund? Wie notwendig sind soziale Kontakte? ... und wo finde ich diese in der Coronazeit? Für mich ist diese Frage im Moment besonders brisant.

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Ein Bunker war zu Zeiten des Krieges ein Schutz für Leib und Leben der Bevölkerung, der gegenseitigen Unterstützung aber ob diesem Zweck auch ein Ort , an dem man eingesperrt  ist/war. Sind wir heute im Frieden  wirklich freier?  Maria überlegt, ob man heute nicht sein eigenes Gefängnis im Kopf hat, Mauern  aufgebaut um seinen Geist vor der Fülle der Informationen und Einflüsse von außen zu schützen?  Rasante Veränderungen machen es uns schwer, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Alles ist in ständiger Veränderung. Kommen wir da mit? Was hilft uns, den Überblick zu wahren?  Ihre schlicht  dargestellte Person scheint diese in  Meditation zu suchen.

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iVann kehrt das Wesen des Krieges scheinbar um. Sein Bild verkörpert mit dem kleinen dunkelhäutigen Mädchen die Zukunft von Minderheiten. Die zu Spielzeug transformierten Soldaten stehen für einen möglichen Frieden auf der Welt.  Für iVann übte  sein jüdischer Urgroßvater, als Jude von Berlin nach Mexico geflohen, einen starken Einfluss aus. Wenig wusste er von seiner deutschen Familiengeschichte. Erst auf seiner Reise nach Krefeld fand er im Rahmen eines Street Festivals heraus, dass seine Familie mit dem Namen `Hirche´ in Berlin wohlhabend und recht bekannt war. Was wäre aus ihm wohl geworden, wenn es keine Judenverfolgung gegeben hätte? Deutlich wird auch hier wieder die Unsinnigkeit aber offensichtlich auch die Unvermeidbarkeit von Gewalt und Kriegen. Ein stetiger Kreis von Macht Gehabe, Profitgier, Intoleranz und Arroganz. Es wiederholt sich immer wieder wie z.B. das Verhältnis von den USA und Mexico.

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Floya Jam hat in diesem wieder wunderschön farbigen Bild ihre Nichte Modell sitzen lassen. Friedlich und scheinbar vollkommen entspannt spielt die Kleine in ihrer eigenen fantasievollen Welt. In ihren Gedanken fliegen Schmetterlinge frei um sie herum. Floya Jam möchte Hoffnung ausdrücken. Hoffnung, auf ein gemeinsames friedliches Miteinander aller Menschen. Die Sonnenblume in Hintergrund spendet das lebensnotwendige Licht, symbolisiert durch das friedvolle Gesicht des kleinen Mädchens, das zum Mittelpunkt der prächtigen Blüte wird. Ruhe löst das Bild bei mir als Betrachter aus, Leichtigkeit und Frieden. Diesen für Floya Jam typischen Malstil bezeichnet sie selbst als Improvisation im mediativem Malflow.

Danila Shmelev, Moskau, Russland, Fragility

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Körperliche und psychische Gewalt und Aggression machen Danila (@SSHHOZZY) zu schaffen. Versteckt hinter zerfetztem Papier, Karton und Plastik versucht ein Auge Schutz und Sicherheit vor eben diesem zu finden. Doch Papier bietet keinen Schutz vor diesen Angriffen. Danila selbst konnte ohne diese schlimmen Einflüsse aufwachsen, jedoch sind ihm erschreckende Beispiele nicht erspart geblieben. Erfolge mithilfe von körperlicher Gewalt und Aggression zu erreichen sei durchaus möglich, meint er.  Aber das kann nicht der richtige Weg sein, auch wenn viele Menschen diese täglich erleben. Mich berührt diese an sich zart angelegte Bild sehr. Erst beim Bearbeiten haben sich für mich Schicht um Schicht die einzelnen unzulänglichen Schutzvorrichtungen gezeigt. Details, die ich beim Besuch der Gallery gar nicht so bemerkt habe. Dieses Bild spricht später ...

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Carlos Alberto, Guadaljara, Mexico - A future that breathes

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Ein junges Mädchen blickt stolz und kraftvoll noch unschuldig in eine hoffnungsvolle Zukunft. Sie soll eine neue Generation symbolisieren, selbstbewusster als die vorherige, im Einklang mit den gegenwärtigen Schwierigkeiten und einer realistischen Vorstellung der Zukunft. Die wunderschön farbigen Vögel, einzeln eher schwach und zerbrechlich, symbolisieren die Stärke, die von einer Gruppe ausgehen kann. Übertragen auf die Menschheit wird hier der Wunsch nach einem Miteinander deutlich, ohne Unterschiede der Herkunft. Hoffnung für einen funktionierenden Schutzraum Erde.

Leider fehlen einige der letzten Bilder. Diese konnte ich am Tag meiner Besichtigung nicht anschauen. Dadurch bleibt mein Bericht unvollständig, die Geschichte findet ihr Ende nicht, zumindest hier nicht. Ich hoffe, dass ich noch einmal die Gelegenheit bekomme, die fehlenden Bilder anzuschauen.

Urbex Art Photografie